{"id":810,"date":"2025-04-14T21:19:51","date_gmt":"2025-04-14T21:19:51","guid":{"rendered":"https:\/\/eaf-pfalz.de\/?p=810"},"modified":"2025-04-16T21:20:13","modified_gmt":"2025-04-16T21:20:13","slug":"koalitionsvertrag-gute-ansaetze-viele-leerstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eaf-pfalz.de\/?p=810","title":{"rendered":"Koalitionsvertrag: Gute Ans\u00e4tze, viele Leerstellen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Vorhaben der Koalition\u00e4re reichen f\u00fcr zukunftsweisende Familienpolitik nicht aus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Pressemitteilung der eaf  Bund vom 14.04.2025<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berlin.<\/strong> Die evangelische arbeitsgemeinschaft familie (eaf) begr\u00fc\u00dft, dass der Koalitionsvertrag Familien Unterst\u00fctzung beim t\u00e4glichen Balanceakt zwischen Kindererziehung, Beruf, Haushalt und Pflege in Aussicht stellt. Mit der Formulierung \u201eLeistungstr\u00e4ger und ihre Familien\u201c in der Pr\u00e4ambel machen die Koalitionsparteien deutlich, dass Leistung nicht nur im Berufsleben, sondern ebenso im famili\u00e4ren Kontext Anerkennung und Respekt verdient.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Infrastruktur, Bildungs- und Betreuungskrise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie geplanten Investitionen in Kitas und Schulen sind dringend notwendig, um Eltern gleicher\u00adma\u00dfen verl\u00e4ssliche Betreuung und ihren Kindern ad\u00e4quate Bildungschancen zu erm\u00f6glichen. Gut, dass die Umsetzung unserer zentralen Forderung so deutlich im Koalitionsvertrag benannt wird\u201c, betont eaf-Pr\u00e4sident Prof. Dr. Martin Bujard. \u201eEltern werden den Erfolg aller Ma\u00dfnahmen daran messen, ob f\u00fcr die Betreuungs- und Bildungsbedarfe ihrer Kinder die gesamte Infrastruktur in ausreichendem Ma\u00dfe und in guter Qualit\u00e4t zur Verf\u00fcgung steht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Positiv nimmt die eaf zur Kenntnis, dass im Koalitionsvertrag die Notwendigkeit der Qualit\u00e4ts\u00adentwicklung und der Fachkr\u00e4ftegewinnung gesehen wird. Auch den Einsatz multiprofessioneller Teams unterst\u00fctzt die eaf, denn diese erm\u00f6glichen einen ganzheitlichen Blick auf das Kind und st\u00e4rken die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Das Festhalten am Ganztagsausbau ist notwendig. Bedenklich stimmt dagegen, dass der Rechtsanspruch lediglich perspektivisch mit einer Qualit\u00e4tsentwicklung verbunden sein soll.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zeit f\u00fcr Familie, gerechte Verteilung von Sorgearbeit in der Familie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die eaf begr\u00fc\u00dft das im Koalitionsvertrag enthaltene Ziel einer faireren Verteilung von unbezahlter Arbeit in der Familie und die Weiterentwicklung des Elterngeldes. Anreize f\u00fcr mehr V\u00e4terbeteiligung in alleiniger Verantwortung durch erh\u00f6hte Lohnersatzraten und einen Ausbau der nicht \u00fcbertragbaren Partnermonate unterst\u00fctzt die eaf, lehnt aber eine Umsetzung durch blo\u00dfe Umverteilung innerhalb der bestehenden 14 Elterngeldmonate ab. Denn dies w\u00e4re faktisch f\u00fcr die Mehrzahl der M\u00fctter, die 12 Monate Elternzeit nehmen wollen, eine K\u00fcrzung. Die eaf bef\u00fcrwortet eine Ausweitung der nicht \u00fcbertragbaren Partnermonate auf ein frei aufteilbares Modell von 6+6+6 Monaten, die den Status Quo einer m\u00f6glichen H\u00f6chstbezugsdauer von einem Jahr f\u00fcr einen Elternteil beibeh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der&nbsp;<strong>Rushour des Lebens<\/strong>&nbsp;brauchen Familien zus\u00e4tzliche Entlastung und zeitlichen Spielraum aber nicht noch mehr \u00f6konomischen Druck. Hier vermisst die eaf zus\u00e4tzliche zeitpolitische Angebote in der Zeit zwischen Elterngeldende und Einschulung des j\u00fcngsten Kindes, beispielsweise in Form einer von der eaf vorgeschlagenen Dynamischen Familienarbeitszeit. Trotz der erkl\u00e4rten Absicht, Familien nach der Geburt besonders zu unterst\u00fctzen, findet die Familienstartzeit im Koalitionsvertrag bedauerlicherweise keine Erw\u00e4hnung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Finanzielle Situation von Familien verbessern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Koalitionsparteien erkennen zu Recht, dass soziale Leistungen oft komplex, wenig lebenslagenorientiert und unzureichend aufeinander abgestimmt sind. Wenn Leistungen vereinfacht, geb\u00fcndelt und unkompliziert abrufbar w\u00e4ren, w\u00e4re f\u00fcr Familien bereits viel gewonnen. Die eaf begr\u00fc\u00dft auch ausdr\u00fccklich Verbesserungen im bestehenden Leistungssystem \u2013 etwa die k\u00fcnftig nur noch h\u00e4lftige Anrechnung des Kindergelds auf den Unterhaltsvorschuss. Es fehlt jedoch die dringend notwendige Neudefinition des soziokulturellen Existenzminimums f\u00fcr Kinder. Aus Sicht der eaf ist dies eine unabdingbare Grundlage f\u00fcr angemessene Teilhabe und ein gutes Aufwachsen aller Kinder und Jugendlichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gewaltschutz und Familienrecht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die eaf begr\u00fc\u00dft, dass das Thema Gewaltschutz Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden hat. Allerdings bleibt vieles unkonkret, insbesondere in welcher Form eine Verankerung des Gewalt\u00adschutzes im Familien- und Familienverfahrensrecht zu erwarten ist. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die kommende Regierung mithilfe der konkreten und angedeuteten Ma\u00dfnahmen im Koalitionsvertrag eine zeitnahe, vollst\u00e4ndige und konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention realisieren wird.<strong>&nbsp;<\/strong>Die eaf begr\u00fc\u00dft, dass k\u00fcnftige \u00c4nderungen des Unterhaltsrechts nicht zulasten der Kinder oder hauptlasttragenden Eltern gehen soll. Hier bleibt die konkrete Ausgestaltung abzuwarten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Familienf\u00f6rderung und Familienbildung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die eaf begr\u00fc\u00dft, dass Familienzentren und andere Einrichtungen der Familienbildung explizit als Adressaten f\u00fcr Investitionen im Kinder- und Jugendplan benannt werden. Dennoch fehlt eine verl\u00e4ssliche, regelhafte und fl\u00e4chendeckende F\u00f6rderung von Einrichtungen und Angeboten der Familienbildung sowie deren verbindliche Verankerung als Rechtsanspruch in der Kinder- und Jugendhilfe im Koalitionsvertrag.<\/p>\n\n\n\n<p>Die familienpolitischen Forderungen der eaf f\u00fcr die neue Legislaturperiode finden Sie&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.eaf-bund.de\/sites\/default\/files\/2025-01\/250123_Familienpolitische_Forderungen.pdf\">hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a>Ansprechpartnerin:<strong>&nbsp;Nicole Trieloff<\/strong>, E-Mail:<strong>&nbsp;<\/strong><\/a><a href=\"mailto:Trieloff@eaf-bund.de\"><strong>Trieloff@eaf-bund.de<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die&nbsp;<strong>evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf<\/strong>) ist der familienpolitische Dachverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorhaben der Koalition\u00e4re reichen f\u00fcr zukunftsweisende Familienpolitik nicht aus Pressemitteilung der eaf Bund vom 14.04.2025 Berlin. 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