{"id":902,"date":"2026-04-27T17:48:41","date_gmt":"2026-04-27T17:48:41","guid":{"rendered":"https:\/\/eaf-pfalz.de\/?p=902"},"modified":"2026-04-27T17:48:41","modified_gmt":"2026-04-27T17:48:41","slug":"in-der-strukturreform-der-kinder-und-jugendhilfe-fehlt-die-staerkung-der-praeventiven-angebote","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eaf-pfalz.de\/?p=902","title":{"rendered":"In der Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe fehlt die St\u00e4rkung der pr\u00e4ventiven Angebote"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>eaf bef\u00fcrchtet negative Entwicklungen f\u00fcr betroffene Familien durch Vorrang kosteng\u00fcnstigerer infrastruktureller Angebote<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Pressemitteilung vom 27.04.26<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berlin. <\/strong>Die dringend notwendige finanzielle St\u00e4rkung der in den \u00a7\u00a7 16-18 SGB VIII verankerten, vorwiegend pr\u00e4ventiv ausgerichteten Leistungen fehlt im aktuellen Referentenentwurf des BMBFSFJ f\u00fcr eine Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe. Dies kritisiert die evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf).<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEine Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe, die ihren Blick \u00fcberwiegend auf Sparpotentiale richtet, ist aus unserer Sicht wenig vorausschauend\u201c, warnt eaf-Pr\u00e4sident Prof. Dr. Martin Bujard. \u201eInsbesondere die im Entwurf vorgesehene neue Systematik der Leistungsgew\u00e4hrung im Bereich der Hilfen zur Erziehung, die einen Vorrang kosteng\u00fcnstigerer infrastruktureller Angebote vor kostenintensiveren individuellen Anspr\u00fcchen vorsieht, sehen wir mit gro\u00dfer Sorge.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Referentenentwurf l\u00e4sst offen, woher eine St\u00e4rkung der in \u00a7 16 SGB VIII verankerten, \u00fcberwiegend pr\u00e4ventiv ausgerichteten Angebote wie Familienbildung, Erziehungsberatung und Familienerholung in den Kommunen kommen soll. Dies besorgt umso mehr, wenn diese Leistungen nun sogar zur Erf\u00fcllung des Rechtsanspruchs auf Hilfe zur Erziehung herangezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Kommunen k\u00fcrzen im Bereich freiwilliger Leistungen nach \u00a7 16 SGB VIII seit Jahren. Deshalb fordert die eaf seit langem eine ausk\u00f6mmlichere finanzielle F\u00f6rderung in diesem Bereich\u201c, erl\u00e4utert Bujard. \u201eZum Beispiel durch die Verankerung eines Rechtsanspruchs auf diese allgemeinen F\u00f6rderleistungen im SGB VIII oder durch die Finanzierung von Familienbildungs\u00adeinrichtungen auch in ihrer Funktion als Akteure der Demokratiebildung in der Familie. Hier fehlen in den meisten Bundesl\u00e4ndern gesetzliche Grundlagen f\u00fcr eine verbindliche bedarfsgerechte Ausgestaltung. Doch unsere Vorschl\u00e4ge wurden bislang nicht umgesetzt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt ausdr\u00fccklich vorrangig auf diese zunehmend finanziell geschw\u00e4chte Infrastruktur zu verweisen und damit eine individuelle Hilfeplanung f\u00fcr Familien ersetzen zu wollen, erscheint aus Sicht der eaf unrealistisch, wenn eine begleitende Finanzierungs- und St\u00e4rkungspolitik f\u00fcr diese Strukturen fehlt und eine \u00dcberlastung der Angebote droht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZudem sind Hilfen zur Erziehung individualisierte, rechtsanspruchsbasierte Leistungen, w\u00e4hrend infrastrukturelle Angebote nach \u00a7 16 SGB VIII eine allgemeine F\u00f6rderung der Erziehung in der Familie anstreben. Das eine wird das andere vielfach nicht ersetzen k\u00f6nnen, sondern sollte eher erg\u00e4nzend gedacht werden\u201c, erl\u00e4utert Bujard. \u201eDer neue Vorrang ist deshalb aus unserer Sicht nicht zielf\u00fchrend. Wir bef\u00fcrchten, dass unter dem in vielen Kommunen herrschenden Kostendruck auch dort auf Leistungen mit eher pr\u00e4ventivem Ansatz verwiesen werden k\u00f6nnte, wo die Familien individuelle Hilfe ben\u00f6tigen, weil \u201edas Kind schon in den Brunnen gefallen\u201c ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht der eaf ist ein Szenario, in dem Familien mit individuellem Hilfebedarf aus Kostengr\u00fcnden auf allgemeine Regelangebote verwiesen werden, sehr beunruhigend. Zum einen, weil diese dem Bedarf der Familien wom\u00f6glich nicht gerecht werden k\u00f6nnen. Zum anderen, weil diese infrastrukturellen Ressourcen f\u00fcr die dringend notwendige Pr\u00e4ventionsarbeit verloren gehen, die im besten Falle gerade verhindern soll, dass ein Bedarf auf Hilfen zur Erziehung in den Familien \u00fcberhaupt erst entsteht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist wichtig, bei der Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe den Fokus auf eine St\u00e4rkung der pr\u00e4ventiven Angebote zu setzen\u201c, res\u00fcmiert Bujard. \u201eSo kann langfristig voraussichtlich viel mehr Geld gespart werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ansprechpartnerin: <strong>Sigrid Andersen<\/strong>, E-Mail: <a href=\"mailto:Andersen@eaf-bund.de\"><strong>Andersen@eaf-bund.de<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das PDF der Pressemitteilung finden Sie <strong><u><a href=\"https:\/\/www.eaf-bund.de\/sites\/default\/files\/2026-04\/260427_PM_1._KJHSRG_final.pdf\">hier<\/a><\/u><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die <strong>evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf<\/strong>) ist der familienpolitische Dachverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>eaf bef\u00fcrchtet negative Entwicklungen f\u00fcr betroffene Familien durch Vorrang kosteng\u00fcnstigerer infrastruktureller Angebote Pressemitteilung vom 27.04.26 Berlin. 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